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Freitag, 20.10.2006
Tipp: Bei «40 Grad“ ist alles wasch- und trinkbar

St. Petersburg. Wer bei einem längeren Aufenthalt nicht das Glück hat, Zugang zu einer Waschmaschine zu haben, hat nicht viele Alternativen: Handwäsche, zu Freunden gehen — oder in die Kasanskaja Uliza im Stadtzentrum.

Dort gibt es das «Cafe-Stirka 40 Gradusow“ — der wohl einzige Waschsalon von St. Petersburg und zugleich eine kultige Kneipe.
Über wenige Stufen gelangt man im Kellergeschoss in die recht spartanisch wirkende, aber zweckmäßig eingerichtete «Waschbar“. Ausgerüstet mit einer roten Theke, Barhockern, Bistrotischen, Sofas, Stühlen, bunten Höckerchen sowie drei Waschmaschinen und zwei Wäschetrocknern im Hinterzimmer spricht dieses Café dem ersten Eindruck nach ein junges oder jung gebliebenes Publikum an.

Ungewöhnlich, aber doch irgendwie passend, erscheint der weiße Kachelboden. Große Fenster und die von der Decke an den Kabeln baumelnden Glühbirnen sorgen für eine freundliche, helle Beleuchtung.
5 Kilo, 60 Minuten, 130 Rubel

Während die Klamotten in durchschnittlich 60 Minuten für 130 Rubel pro Fünf-Kilo-Waschgang ordentlich durchgeschleudert werden, kann man es sich solange bei einem Getränk und einem kleinem Snack gut gehen lassen.

Eine Tasse Kaffee, Tee oder der halbe Liter Bier — zum Beispiel ein Dunkles von «Wassileostrowskoje“ — kosten jeweils 60 Rubel. Wer härter gesotten ist, bekommt selbstverständlich auch Wodka oder Konjak — mit den zum Namen passenden 40 Grad Alkoholgehalt. Als Appetithäppchen stehen Piroggen oder Schokoriegel, Chips und Kekse zu studentenfreundlichen Preisen zur Verfügung.
Neben Wäschetrommeln dreht sich auch der Plattenspieler
Gegen die Langeweile hilft ein Schwätzchen mit dem Nachbarn oder das Durchblättern der Zeitschrift «Afisha“ mit den aktuellen Veranstaltungshinweisen, die auch vor Ort verkauft wird. Auch kann man sich durch die Wechsel-Ausstellung an den Wänden ablenken lassen. Im Hintergrund läuft stilvolle Musik, die meist durch einen hauseigenen DJ serviert wird.

Und wem das noch nicht abwechslungsreich genug ist, der möge diese Waschbar am Abend aufsuchen: Je nach Programm — es hängt am Eingang des Cafés aus und ist auch im Internet zu finden — gibt es dann für diejenigen, die es eher ruhiger mögen, mal einen Leseabend. Oder Partylöwen können ihrem Gehör durch verschiedene DJ´s oder Konzerte eine Freude machen. Selbst Live-Gruppen treten ab und zu hier auf.
Initiatorin war eine deutsche Kunststudentin

Kurzum, der Weg durch die Kasanskaja lohnt sich nicht nur für jene, die einen Sack schmutziger Wäsche mit sich schleppen. Nach zwei Jahren Betriebszeit ist der Waschsalon neben den Bars Datscha und Zinik zu einem wirklich beliebten Treffpunkt für junge Leute geworden.

Zu verdanken ist das übrigens einer Deutschen: Anke Nowottne, die in Zürich Fotografie und Grafikdesign studierte, hat dieses Projekt gemeinsam mit ihrem Petersburger Partner Alexej Lukjanow initiiert.

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